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Finnlands Premierministerin Marin ist ein "exzellentes Rollenmodel"

Finnlands Außenminister Pekka Haavisto ermuntert Mädchen und junge Frauen, sich politisch stärker zu engagieren. "Die Entwicklung dazu muss aus der Gesellschaft kommen. Erzwingen lässt sich das nicht, allenfalls etwas nachhelfen", sagte Haavisto im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Geschrieben von Redaktion am . Veröffentlicht in Welt.
Sanna Marin
Sanna Marin
Foto: Laura Kotila/Valtioneuvoston kanslia / CC BY 4.0 (via Flickr)

Finnlands Außenminister Pekka Haavisto ermuntert Mädchen und junge Frauen, sich politisch stärker zu engagieren. "Die Entwicklung dazu muss aus der Gesellschaft kommen. Erzwingen lässt sich das nicht, allenfalls etwas nachhelfen", sagte Haavisto im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ).

Mit der 35-jährigen Sanna Marin als jüngster Regierungschefin der Welt verfüge sein Land über ein "exzellentes Rollenmodell". "Genau solche Rollenmodelle brauchen Mädchen und junge Frauen", fügte er hinzu. Politikerinnen hätten mit ihrem "oft eigenen Blickwinkel sicher ihren Anteil an einem breiter gefassten Sicherheitsbegriff, der Bedrohung nicht mehr nur von außen, sondern stärker von innen heraus in den Blick" nehme. Als Beispiel nannte Haavisto "soziale Ungleichgewichte in der Gesellschaft, Klimawandel und Umweltzerstörung. "Viele junge Leute sind heute viel sensibilisierter für solche Themen und nehmen Einfluss auf unsere Parteien", sagte der Außenminister. Dies sei auch das Verdienst der Frauen in der Politik.

Weiterhin sieht die finnische Regierung in der Beilegung des Bürgerkrieges in Libyen einen "wichtigen Testfall für die stärkere globale Positionierung der EU", sagte Haavisto. Viel zu lange habe die Gemeinschaft bei Libyen keine gemeinsame Stellung bezogen. "So etwas können wir uns in Zukunft nicht mehr leisten", betonte der Minister. Nun sei die Frage: "Gelingt es uns, dieses Sicherheitsrisiko für Europa zu beruhigen? Die EU muss außenpolitisch schneller und konsequenter gemeinsam handeln. Dazu gehört es, den auswärtigen Dienst finanziell besser auszustatten", forderte Haavisto. Er betonte, mit der Libyen-Konferenz habe Deutschland "einen Prozess angeschoben, den wir nun gemeinsam zu einem guten Ende bringen müssen".

Haavisto warnte zudem vor Bedrohungen für die EU aus dem Inneren und von außen. "Wir müssen unsere eigenen Prinzipien wertschätzen und ihnen auch folgen, Rechtsstaatlichkeit; Demokratie, Freiheitsrechte - da darf es bei den Mitgliedern der EU keine Abstriche geben", sagte Finnlands Außenminister mit Blick auf rechtspopulistische Bewegungen und Parteien. Bei diesen - aber auch in Russland - bestehe die Neigung, Geschichte zu instrumentalisieren. "Zu Beginn einer Leugnung oder Umdeutung von Geschichte steht oft ein extremer Nationalismus. Dafür fehlt mir das Verständnis. Wir sollten die Geschichte den Historikern überlassen und daraus lernen, sie aber nicht für aktuelle Politik missbrauchen", betonte Haavisto.

Quelle: ots/Neue Osnabrücker Zeitung

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