Samstag, 05 Dez 2020
Foto: Mrnico1092 / CC BY-SA 3.0 (via Wikimedia Commons)
 2-3 Minuten Lesezeit  409 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Deutsche Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen sehen den Friedensprozess in Kolumbien trotz jüngst bekannt gewordener Verzögerungen bei der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen linksgerichteter FARC-Guerilla und kolumbianischem Staat auf dem richtigen Weg.

Annegret Kramp-Karrenbauer
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Die Kunst des Führens

"Wir hoffen sehr, dass am 23. März zumindest ein beidseitiger Waffenstillstand verkündet wird. Das wäre ein großer Fortschritt für die Menschen in Kolumbien, insbesondere für die Landbevölkerung, die Hauptopfer des Krieges war und bislang kaum positive Auswirkungen der Friedensverhandlungen gespürt hat", so Oliver Müller, Leiter von Caritas international.

Die bereits bekannt gewordenen Teilabkommen zu ländlicher Entwicklung, Drogenproblematik und zur Übergangsjustiz enthalten nach Ansicht von deutschen Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen sowie ihrer kolumbianischen Partner grundsätzlich wichtige Ansätze, um langfristig Frieden und Versöhnung in der Gesellschaft des Andenstaates erreichen zu können.Große Skepsis herrscht jedoch hinsichtlich der Frage vor, ob FARC-Guerilla (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia/Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) und Regierung letztlich die Vereinbarungen einhalten und umsetzen werden. "Die kolumbianischen Menschenrechtsorganisationen wollen, dass die internationale Gemeinschaft die Umsetzung der Vereinbarung überwacht. Die Bundesregierung sollte den Friedensprozess unterstützen und dabei die Einhaltung internationaler Rechtsstandard einfordern sowie Kohärenz in der kolumbianischen Regierungspolitik", sagt Christiane Schwarz von kolko - Menschenrechte für Kolumbien. "Aus unserer Sicht stehen beispielsweise die wirtschaftlichen Investitionszonen "ZIDRES" im Widerspruch zu Opferrechten und der Teilvereinbarung zu ländlicher Entwicklung." Große Sorgen bereiten zudem die anhaltenden Bedrohungen und Ermordungen von Menschenrechtsverteidiger/innen und die Ausbreitung von rechtsgerichteten paramilitärischen Gruppen in Regionen, die zuvor von der Guerilla kontrolliert wurden.

Nach Unterzeichnung einer Vereinbarung warten noch viele Herausforderungen: Konflikte können sich in der Übergangsphase verschärfen. Es muss dafür Sorge getragen werden, dass dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg keine rapide Zunahme der zivilen Kriminalität und Gewalt folgt, wie es in den post-konfliktären Ländern Mittelamerikas geschieht. "Für einen dauerhaften Frieden müssen vor allen Dingen junge Menschen ernsthafte Zukunftsperspektiven in einem friedlichen Kolumbien vorfinden. Kindersoldaten müssen daher schnell in das zivile Leben integriert werden", hebt Albert Recknagel, Sprecher des Vorstands von terre des hommes Deutschland, hervor. "Deutschland sollte effektive Wiedereingliederungsprogramme und die Friedenserziehung in Kolumbien fordern und fördern."

Die Verhandlungen zwischen FARC-Guerilla und dem kolumbianischen Staat befinden sich in der entscheidenden Phase. Ursprünglich war für den 23. März bereits die Unterzeichnung eines Friedensvertrages angekündigt worden; es zeichnete sich jedoch in den vergangenen Tagen ab, dass dieses Datum nicht eingehalten werden wird. Eine Unterzeichnung in den kommenden zwei bis vier Monaten gilt jedoch als wahrscheinlich. Für den 23. März wird eine entscheidende Geste aus dem Verhandlungsort Havanna erwartet. In Kolumbien herrscht seit 51 Jahren ein bewaffneter Konflikt.



Quelle: ots/Caritas


#mehrNachrichten
Demnach meldeten Mitarbeiter im Rahmen einer internen Sonderauswertung für Juni 2020 insgesamt 106 private Finanzgeschäfte mit Bezug zur Wirecard AG.
Foto: Thomas Wolf / CC0 via Wikimedia Commons

Bafin-Mitarbeiter schlossen Wirecard-Geschäfte noch nach Insolvenzmeldung ab

Beschäftigte der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz Bafin, haben auch noch lange nach offiziellen Meldungen zum Milliardenbetrug beim einstigen Dax-Aufsteiger Wirecard private...
Es herrschten "teilweise miserable Bedingungen in der Milchviehhaltung".
Foto: Wolfgang Ehrecke

Tierschutzbund fordert strengere Vorgaben für Haltung von Milchkühen

Der Deutsche Tierschutzbund hat die Bundesregierung aufgerufen, die Haltungsbedingungen von Milchkühen in Deutschland zu verbessern. Es herrschten "teilweise miserable Bedingungen in der...
Die Beschäftigten der Veranstaltungsbranche und in ihrer Existenz bedrohte Cafés und Läden bräuchten Verlässlichkeit und Sicherheit über den November hinaus, sagte Göring-Eckardt weiter.
Foto: Harald Krichel / CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Göring-Eckardt macht Druck bei Novemberhilfen

Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt hat eine von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) in Aussicht gestellte Ausweitung der November-Hilfen für Unternehmen und Selbstständige begrüßt. "Dass sich...
Die Nato-Erklärung sieht vor, dass die Bündnispartner ihre Verteidigungsausgaben bis zum Jahr 2024 auf zwei Prozent der jeweiligen Wirtschaftsleistung steigern.
Foto: Jobst Christian Höche

Linke kritisieren Aufrüstung in Zeiten der Corona-Krise

Die Linken im Bundestag drängen angesichts der Corona-Krise und mit Blick auf die US-Wahlen auf eine Kehrtwende in der deutschen Verteidigungspolitik. Fraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte in...
Der Verfall der türkischen Lira wurde durch die Personalentscheidungen und die Kehrtwende der Politik jedenfalls gestoppt.
Foto: Kadir Kritik

Radikalkur am Bosporus

Es ist ein Befreiungsschlag für die Lira, was sich in den vergangenen zehn Tagen in der Türkei getan hat. Nach dem Abgang von Zentralbankchef und Finanzminister scheint sich zu bestätigen, dass das...
Die Beschäftigten der Veranstaltungsbranche und in ihrer Existenz bedrohte Cafés und Läden bräuchten Verlässlichkeit und Sicherheit über den November hinaus, sagte Göring-Eckardt weiter.
Foto: Rob75 / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

FDP-Politiker Buschmann fordert mehr Tempo bei Novemberhilfen

Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Marco Buschmann, wirft der Bundesregierung bei der Auszahlung der November-Hilfen "schlechtes Krisenmanagement" vor. "Wenn wir...
Back To Top