Neue Allianzen im Kampf gegen die Wilderei

Foto: Skeeze / pixabay (CC)

Welt
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

BMZ und Umweltministerium engagieren sich gemeinsam gegen den illegalen Handel mit Elfenbein und Nashorn-Horn.

Das BMZ sagt mit einem innovativen Fonds der Wilderei den Kampf an: Ziel ist es, die Wilderei entlang der gesamten illegalen Handelskette zu bekämpfen, also sowohl in den afrikanischen Herkunfts- und Transitländern als auch in den überwiegend asiatischen Konsumländern. Denn: Mehr als 20.000 Elefanten fallen in Afrika jedes Jahr Wilderern zum Opfer. Auch bei Nashörnern ist die Lage dramatisch. Wilderei ist aber nicht nur ein Problem für den Artenschutz, sondern gefährdet auch die Wirtschaftsgrundlage und Sicherheit der betroffenen Länder in Afrika.

Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller: "In Südafrika, Tansania, Malawi oder Mosambik liegen Wilderei und der illegale Handel mit Elfenbein und Nashorn-Horn mittlerweile fest in der Hand der organisierten Kriminalität. Wo Wildtiere sinnlos von Kriminellen abgeschlachtet werden, da ist nicht nur die Artenvielfalt bedroht, sondern auch der Mensch. Wer den Wilderern in die Quere kommt, muss um sein Leben fürchten. Und wo die Elefanten- und Nashornbestände schrumpfen, da bleiben bald auch die Touristen aus, die für viele dieser Länder eine wichtige Einnahmequelle sind."

Das BMZ begrüßt es sehr, dass nun auch das Bundesumweltministerium 2,5 Millionen Euro zum Fonds beisteuert und beide Häuser gemeinsam gegen Wilderei vorgehen. So stehen jetzt insgesamt mehr als sechs Millionen Euro zur Verfügung. Zugleich verbessert die strategische Zusammenarbeit der Ressorts die Schlagkraft der Bundesregierung bei diesem wichtigen Thema.

Im Kampf gegen die Wilderei und den illegalen Handel geht das BMZ auch auf neue Partner zu und kooperiert beispielsweise mit Alibaba, dem weltgrößten Internethändler mit Sitz in China, der weltweit etwa 300 Millionen Kunden beliefert. Alibaba setzt unter anderem Filter ein, um entsprechende Angebote zu löschen und unterstützt die Ermittlungsbehörden bei der Nachverfolgung des illegalen Handels mit Elfenbein und Nashorn-Horn, der zum Großteil online abgewickelt wird.

In Asien ist die Nachfrage nach Elfenbein und Nashorn-Horn zuletzt sprunghaft angestiegen und hat so das Ausmaß der Wilderei noch einmal erheblich vergrößert. Der wirtschaftliche Aufschwung in China, Thailand und Vietnam machte diese Länder zum größten Absatzmarkt für Elfenbein und Nashorn-Horn.

Um den Nachschub aus Afrika zu stoppen und den Wilderern das Handwerk zu legen, setzt das Projekt auf stärkere Überwachung und besseres Management der weitläufigen Naturschutzgebiete. Dabei arbeitet das BMZ intensiv mit weiteren Bundesministerien und Nichtregierungsorganisationen wie der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt, dem WWF und TRAFFIC zusammen. In den asiatischen Konsumländern werden hingegen gezielt Initiativen zur Verhaltensänderung und Aufklärung der Konsumenten unterstützt.



Quelle: BMZ


Welt (Top 10/365)

  • Angriff auf die Demokratie
    Dienstag, 05. Februar 2019

    Wenn Lech Walesa lospoltert, gibt es oft kein Halten mehr. Politische Gegner beschimpft der Friedensnobelpreisträger von 1983 dann wahlweise als Idioten, Schlappschwänze oder Eierköpfe. Stellt ein...

  • Illegale Giftlieferung in die USA?
    Freitag, 13. Juli 2018

    Das deutsche Medizinunternehmen VET Pharma Friesoythe GmbH steht im Verdacht, illegal mehrere Tonnen eines Mittels zum Einschläfern von Tieren in die USA geliefert zu haben. Der enthaltene...

  • Deutschland nimmt immer weniger Jesiden als Flüchtlinge auf
    Samstag, 09. Februar 2019

    Deutschland nimmt immer weniger Jesiden als Flüchtlinge auf. 2018 hatten nur 60 Prozent der Mitglieder dieser religiösen Minderheit in Deutschland mit ihren Asylanträgen Erfolg. Im Jahr zuvor waren...

  • Grandios gescheitert: Der Meister des Desasters
    Donnerstag, 28. Februar 2019

    Der selbst ernannte Verhandlungskünstler aus dem Weißen Haus hat seinen Meister in einem ruchlosen Diktator gefunden. Kim Jong-un nutzte beim Atompoker in Vietnam die strategische Schwäche des...

  • Putins gefährlicher Geheimplan
    Dienstag, 29. Januar 2019

    Wladimir Putin hält wenig davon, der Öffentlichkeit allzu tiefe Einblicke in sein Privatleben zu geben. Am vergangenen Wochenende zeigte sich der russische Präsident bei einem Besuch in seiner...

  • Nord Stream 2: Russischer Botschafter kritisiert USA
    Mittwoch, 13. Februar 2019

    Russlands Botschafter Sergej Netschajew hat den diplomatischen Druck kritisiert, mit dem die USA den Bau der Pipeline Nord Stream 2 kurz vor Fertigstellung noch verhindern wollen. Dass die...

  • Brexit: Die wichtigsten Szenarien
    Mittwoch, 23. Januar 2019

    Nachdem das Austrittsabkommen der britischen Regierung mit der EU im Parlament keine Mehrheit gefunden hat, diskutieren die Briten und Brüssel verschiedene Brexit-Lösungen. Ein Überblick über die...

  • Haushaltsplan Italien: Ein Drahtseilakt
    Dienstag, 12. Februar 2019

    Es ist ein geradezu befremdlich wirkender Termin. Der italienische Ministerpräsident Guiseppe Conte spricht heute in Straßburg über die Zukunft Europas. Seit Herbst klafft zwischen Italien und der...

  • Ukraine: An Putin ausgeliefert
    Freitag, 22. Februar 2019

    Fünf Jahre ist es her, dass die Massenproteste auf dem Maidan, dem Unabhängigkeitsplatz im Herzen von Kiew, in tödliche Gewalt umschlugen. Scharfschützen feuerten in die Menge. Barrikaden brannten....

  • Brexit: Für die EU gibt es nichts mehr zu verhandeln
    Mittwoch, 16. Januar 2019

    Nachdem die britische Premierministerin Theresa May mit ihrem Brexit-Vorschlag im Parlament gescheitert ist, gibt es kaum noch Hoffnung auf ein geregeltes Austreten Großbritanniens. Deutsche...