Freitag, 10 Jul 2020
Gebäude des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag
Gebäude des Internationalen Strafgerichtshofes in Den Haag Foto: Loranchet / CC-BY-SA-3.0 (via Wikimedia Commons)
 1-2 Minuten Lesezeit  288 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Berlin/Abuja – In einem in Abuja vorgestellten Bericht dokumentiert Amnesty International Kriegsverbrechen der nigerianischen Armee und kommt zu dem Schluss, dass hochrangige Offiziere von den Verbrechen zumindest gewusst haben müssen.

empty alt
Foto: Gerd Altmann / CC0 (via Pixabay)

Zahlen verdoppelt: Behörden weisen immer mehr Ausländer aus

Die Menschenrechtsorganisation fordert von Nigeria Ermittlungen gegen neun namentlich genannte Militärs einzuleiten, darunter der amtierende Generalsstabschef (Chief of Defence Staff) Marshal Badeh und der Stabschef des Heeres Ken Minimah (Chief of Army Staff). Die neue Regierung müsse endlich die Kultur der Straflosigkeit in den nigerianischen Streitkräften beenden und im Kampf gegen Boko Haram die Zivilbevölkerung schützen. In dem Bericht „Stars on their shoulders. Blood on their hands: War crimes committed by the Nigerian military“ sind zahlreiche Kriegsverbrechen und mögliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit dokumentiert, die das nigerianische Militär im Kampf gegen Boko Haram verübt hat. Er legt die mögliche strafrechtliche Verantwortung bis zur obersten Armeeführung offen.

Der Bericht basiert auf jahrelangen Recherchen und der Analyse zugespielter Militärberichte und –korrespondenzen sowie über 400 Interviews, die Amnesty International mit Betroffenen, Augenzeugen und hochrangigen Mitgliedern der nigerianischen Sicherheitskräfte geführt hat. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass seit 2011 mindesten 7.000 Männer und Jungen im Militärgewahrsam verhungerten, erstickten oder zu Tode gefoltert wurden. Weitere 1.200 Festgenommene wurden seit 2012 rechtswidrig von Soldaten getötet.

„Diese grauenhaften Beweise zeigen, wie tausende Männer und Jungen willkürlich verhaftet, vorsätzlich getötet oder unter entsetzlichen Bedingungen dem Tod überlassen wurden“, sagt Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International. „Eine schnelle und unabhängige Untersuchung dieser Kriegsverbrechen ist unverzichtbar. Aber im vorliegenden Bericht geht es um mehr als nur um die strafrechtliche Verantwortung einzelner. Es geht ebenso um die Verantwortung der nigerianischen Führung, entschieden zu handeln, um der weit verbreiteten Kultur der Straflosigkeit innerhalb der nigerianischen Streitkräfte ein Ende zu setzen.“

Download: Ausführliche englische Pressemitteilung



Quelle: AMNESTY INTERNATIONAL


#mehrNachrichten
"Rassismus" wird in vielen Fällen und fälschlicherweise als eine Art Sammelbegriff für Ausländerfeindlichkeit benutzt wird.
Foto: Mostafa Meraji

Artikel 3 des Grundgesetzes

Das Grundgesetz ist ein Manifest gegen Rassismus und Totalitarismus. So ist es gemeint, und so ist es geschrieben. Als es 1948 und 1949 entstand, waren die Erfahrungen aus der Nazi-Diktatur und die...
Bleibt die Kernfrage: Kann Söder überhaupt Kanzler?
Foto: Josef A. Preiselbauer

Der Reiz der Kanzlerkandidatur

Wenn nicht jetzt, dann vielleicht nie: Sollte auch nur im hintersten Gedankenstübchen von Ministerpräsident Markus Söder der Wunsch nach einer Kanzlerschaft herumspuken - und wer würde ernsthaft...
Dass es immer noch keinen Lockdown gibt, ist nicht nachvollziehbar.
Foto: Medakit Ltd

Das Corona-Rezept: Testen, testen, testen

Der Corona-Neuausbruch im ostwestfälischen Rheda-Wiedenbrück führt uns allen unsanft vor Augen, wie wenig stabil die Situation in Deutschland ungeachtet der permanent sinkenden Neuinfektionszahlen...
Weiß oder schwarz zu sein, ist ein soziales Konstrukt.
Foto: Olayinka Babalola

Eine freie Gesellschaft kennt keine Rassen

Der Begriff der Rasse hat in Deutschland eine üble Karriere gemacht; auf ihn gründete die NS-Ideologie. Arier-Nachweise und Judensterne, Deportation und Vernichtung - das ganze Grauen beruhte auf...
Freitag räumte Amthor ein: "Es war ein Fehler."
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Union wird zur Aufklärung im Fall Amthor gedrängt

Nach den Enthüllungen über die Nebentätigkeit des CDU-Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor wächst der Druck auf die CDU, die Unionsfraktion und den Bundestag, den Fall genau zu untersuchen. Norman...
Die Aufträge bleiben aus, die Lieferketten sind unterbrochen, jedes siebte Unternehmen erwartet aktuell Geldengpässe.

Industrie bleibt im Abwärtsstrudel

Während die Wirtschaft nach den Corona-Lockerungen langsam wieder hochfährt, verharrt die Industrie im Krisenmodus. Die Aufträge bleiben aus, die Lieferketten sind unterbrochen, jedes siebte...
Die Koalition hat hier eine Kaufprämie durch die Hintertür auf den Weg gebracht - einen Porsche-Rabatt.
Foto: Ferran Cornellà / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Linke kritisieren Senkung der Mehrwertsteuer als "Porsche-Rabatt"

Die Linksfraktion im Bundestag kritisiert scharf die geplante Senkung der Mehrwertsteuer, die das Bundeskabinett an diesem Freitag auf einer außerplanmäßigen Sitzung beschließen will. Fraktionschef...
Back To Top