Freitag, 03 Jul 2020
Foto: Kurdishstruggle / CC BY 2.0 via Flickr
 1 Minute Lesezeit  193 Worte im Text  Vor mehr als einem Jahr

Die Beziehung zwischen der Assad-Regierung und der Nordsyrischen Föderation, auch bekannt als Rojava, ist komplex. Gelegentliche Scharmützel wie Kooperation prägen den seit Kriegsausbruch geltenden Waffenstillstand.

Nora Bossong
Foto: Heike Huslage-Koch / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Wir alle sollten uns mehr auf politische Fragen einlassen - und Politiker "mehr Langsamkeit wagen"

Die jüngst nach dem türkischen Einmarsch in Afrin veröffentlichte Erklärung der Kanton-Führung irritiert zunächst: Warum fordern die Kurden von Assad - dem vermeintlichen Gegner im Kampf um die Zukunft Syriens - die Sicherung der Grenze?

Noch ist es zu früh, um eine befriedigende Antwort zu geben. Fragliche Punkte sind Umfang und Bedingungen der geforderten Intervention. Verschiedene Lesarten wären bisher möglich:

Erstens: Auch wenn die Bodenkämpfe derzeit erfolgreich verlaufen, benötigt Afrin Luftunterstützung, um eine Zerstörung der Infrastruktur zu vermeiden. Die USA und Russland verweigern Hilfe, Assads Unterstützung wäre an eine stellenweise Aufgabe der Selbstverwaltung geknüpft.

Zweitens: Die Erklärung war ein diplomatischer Schachzug. Falls Assad nicht reagiert, verliert er weiter an Legitimation, die USA erhalten eine Warnung, ihre Bündnisverpflichtung ernst zu nehmen, die Interessengegensätze zwischen Damaskus, Moskau und Ankara werden deutlich gemacht.

Der Kampf Rojavas findet offensichtlich an zwei Fronten statt: Militärisch muss es sein Überleben gegen Erdogan verteidigen, politisch seine Unabhängigkeit gegen Assad. Je schlechter der Frontverlauf, desto größer der Druck auf das politische Projekt.



Quelle: ots/neues deutschland


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