Samstag, 11 Jul 2020
Foto: Bogdan Giuşcă / CC BY-SA 3.0 via Wikipedia
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In Kroatien wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Die bisherige nationalistisch geprägte Regierung unter Ministerpräsident Tihomir Oreskovic wurde nach nur fünf Monaten im Amt durch ein Misstrauensvotum gestürzt. Die Mehrheit der kroatischen Abgeordneten hat für eine Auflösung des Parlaments gestimmt, der Weg für Neuwahlen ist frei. Korruptionsvorwürfe und die Kritik an den teils stark nationalistischen Tendenzen gelten als Auslöser der Regierungskrise. Die politischen Lager zwischen Links und Rechts sind ähnlich groß, die Regierungsbildung könnte erneut erschwert werden.

Markus Söder
Foto: Josef A. Preiselbauer / CC0 (via Pixabay)

Kanzler Söder?

Wirtschaftlich betrachtet stehen die Zeichen an der Adria auf Erholung. Der Ende 2014 eingesetzte positive Trend in der kroatischen Wirtschaft setzt sich trotz aller politisch bedingten Unsicherheiten weiter fort. Nach sechs Jahren Rezession mit zum Teil massiven Rückgängen des Bruttoinlandsprodukts (BIP) nahm die Wirtschaftsleistung erstmals 2015 wieder zu - ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Die BIP-Prognosen für 2016 bewegen sich alle im Bereich der Zwei-Prozent-Marke. Zu verdanken ist das stabile Wachstum sowohl der Inlands- als auch der Auslandsnachfrage.

Auch der private Verbrauch und gesteigerte Investitionen tragen immer mehr zum Wachstum bei", sagt Waldemar Lichter, Kroatien-Experte bei Germany Trade & Invest (GTAI). "Die derzeitige politische Instabilität könnte jedoch für einen Dämpfer sorgen und die Umsetzung notwendiger Reformen bremsen." Auch die Bürokratie werde von vielen Unternehmen als belastend empfunden.

Kroatien bietet deutschen Unternehmen als Standort und Absatzmarkt einige Vorteile. Die geostrategische Lage mit guten Verbindungen nach Mittel- und Osteuropa ist günstig, die Verkehrsinfrastruktur wurde ausgebaut. Da Kroatien EU-Mitglied ist, sinken bzw. entfallen zudem bestimmte Verwaltungs- und Zollkosten. In vielen Sektoren ist das Entwicklungspotenzial groß und etwa bei erneuerbaren Energiequellen oder der Nutzung anderer Ressourcen längst nicht ausgeschöpft. In 2015 exportierten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 2,63 Milliarden Euro nach Kroatien. Dies entspricht einem Anstieg von über 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.



Quelle: ots/Germany Trade and Invest


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