Dienstag, 11 Aug 2020
Mark Mason schrieb die letzten Worte von Floyd nicht auf ein Plakat. Die Sätze stehen auf der Internetseite der US-Großbank Citigroup in einem Blog.
Mark Mason schrieb die letzten Worte von Floyd nicht auf ein Plakat. Die Sätze stehen auf der Internetseite der US-Großbank Citigroup in einem Blog. Foto: Lorie Shaull / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  346 Worte im Text  vor 70 Tagen

"I can't breathe - ich kann nicht atmen." Mark Mason schrieb diesen Satz zehnmal hintereinander - so oft wie der Afroamerikaner George Floyd flehte, bevor er in der vergangenen Woche in Minneapolis unter dem in sein Genick gedrückten Knie eines weißen Polizisten starb. Amerika ist seither in Aufruhr. Aus Ausgangsbeschränkungen wegen der Covid-19-Pandemie wurden Ausgangssperren, um nächtliche Straßenkämpfe und Plünderungen zu unterdrücken.

Dieter Althaus
Foto: Christliches Medienmagazin pro / CC BY-SA 2.0 (via Flickr)

CDU in Thüringen - Keine Experimente

Mark Mason schrieb die letzten Worte von Floyd nicht auf ein Plakat für eine der vielen friedlichen Demonstrationen. Die Sätze stehen auf der Internetseite der US-Großbank Citigroup in einem Blog, mit dem Mason auf die täglichen Gefahren für Afroamerikaner wie ihn selbst hinweist - auf das Risiko, selbst vom Joggen nicht lebend zurückzukehren. Der Blog sorgte für Aufsehen. Denn Mason ist Finanzchef der Citigroup, einer der höchstrangigen Manager an der Wall Street und einer der wenigen Afroamerikaner in einer solchen Position. Auch andere Spitzenmanager an der Wall Street äußerten ihre Empörung über Polizeigewalt und ihr Verständnis für - friedliche - Demonstrationen.

Die Finanzmärkte selbst scheinen das Thema bislang weitgehend zu ignorieren. Zwar stiegen die Aktienkurse von Unternehmen, die Überwachungssoftware für die Polizei herstellen. Auch die Titel von Waffenherstellern waren gefragt. Anleger wetten offenbar darauf, dass sich Amerikaner jetzt noch mehr Schusswaffen kaufen, um sich im Fall eines gesellschaftlichen Zusammenbruchs selbst verteidigen zu können. Aber insgesamt setzen Anleger auf eine Beruhigung der Konflikte und weiterhin auf die erhoffte Konjunkturerholung.

Die bisherige Geschichte der Wall Street mag ihnen recht geben. In diesem Jahr ist die Lage nach fast drei Monaten Pandemie aber besonders explosiv. Covid-19 hat Minderheiten in Amerika besonders hart getroffen. Die Arbeitslosigkeit ist extrem gestiegen und damit auch die Verzweiflung. Präsident Trump zündelt am Pulverfass, gibt den starken Mann und droht sogar mit Einsatz des Militärs.

Die Pandemie ist bei weitem nicht im Griff. Die Demonstrationen machten jeden Anschein räumlicher Distanz zunichte. Möglicherweise droht nun eine zweite Welle von Ansteckungen. Das ist keine Basis für wachsendes Vertrauen in einen wirtschaftlichen Aufschwung. Sollte die Lage in den amerikanischen Städten weiter eskalieren, wird das an den hoch bewerteten Aktienmärkten nicht spurlos vorübergehen.

Quelle: ots/Börsen-Zeitung
#mehrNachrichten
Die Bundesregierung hat Angst vor der Macht der Kommunen.
Foto: Michael Lucan / CC-BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Seehofers Blockaden

Horst Seehofer hat Berlin nun offiziell das dort beschlossene Landesaufnahmeprogramm für 300 notleidende Geflüchtete, die in griechischen Elendslagern festsitzen, verboten. Der Mann, der Kreuze in...
Gregor Gysi
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-1124-012 / Grubitzsch (geb. Raphael), Waltraud / CC BY-SA 3.0 DE

Ich hätte 1989 Nein sagen sollen, Politiker zu werden

Gregor Gysi führt seine Herzinfarkte auf den Stress und die Anfeindungen gegen ihn als Linken-Politiker zurück. "Hätte ich gewusst, was alles auf mich zukommt, hätte ich im Dezember 1989 Nein sagen...
Da die Internetbranche aufgrund der Schwarmintelligenz, oder besser gesagt des Herdentriebs der Nutzer besonders zur Monopolisierung neigt, wird Corona den Einfluss dieser Konzerne noch stärken.
Foto: NordWood

Milliardengewinne der Tech-Riesen

Auch das hat uns der Corona-Lockdown deutlich vor Augen geführt: Die Internetwirtschaft folgt ihren eigenen Gesetzen. Während viele Branchen im zweiten Quartal über extreme Umsatzeinbrüche klagten...
Chef des Bundes Deutscher Kriminalbeamten fordert externe Ombudsstellen
Foto: Gundula Vogel

Rechtsextremismus in der Polizei

Genau zwei Jahre nach der ersten Drohmail mit dem Absender "NSU 2.0" an die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz haben die Ermittler noch keinen Durchbruch erzielt. Am Nachdruck bei der...
Das Bundesumweltministerium will sowohl das Bundesnaturschutz- als auch das Wasserhaushaltsgesetz reformieren.

Insektenschutzgesetz: Ministerium will Gewässerrandstreifen und weniger Lichtverschmutzung

Das Bundesumweltministerium hat Reformvorschläge zum stärkeren Schutz von Insekten vorgelegt. Das berichtet die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf den Referentenentwurf zum sogenannten...
Die Erhöhung von Kindergeld und Kinderfreibetrag nützt denen am wenigsten, die sie am dringendsten brauchen
Foto: Rosa Luxemburg-Stiftung / CC BY 2.0 (via Flickr)

Anrechnung des Kindergeldes auf Hartz IV stoppen

Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat die Pläne der Bundesregierung kritisiert, das Kindergeld und den Kinderfreibetrag ab 1. Januar 2021 zu erhöhen, und die Forderung nach einer...
Europa muss auch sicherheitspolitisch einen Mehrwert produziert. Dies ist eine der großen Zukunftsaufgaben.

Akut einsturzgefährdet

Donald Trump spielt wieder die deutsche Karte. Man täusche sich nicht: Der US-Präsident mag zwar wie von allen guten Geistern verlassen durch die Corona-Krise irren, doch am sicheren Gespür für die...
Back To Top