Rheinmetall ist Zulieferer für Munitionsfabrik in Saudi-Arabien

Ladeschütze eines M1 Abrams mit MunitionBild: US Army / Public Domain via Wikipedia

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Der Düsseldorfer Rheinmetall-Konzern hilft dem Militär des Königreichs Saudi-Arabien bei der Produktion von Munition. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, hat Rheinmetall erstmals eingeräumt, bei einer neuen Fabrik der Military Industries Corporation nahe Riad über eine südafrikanische Tochter "als Zulieferer eingebunden" zu sein.

Das neuerrichtete Werk war Ende März im Beisein des südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma eröffnet worden. Laut einer offiziellen Erklärung von Zuma ist die südafrikanische Rheinmetall-Tochter Rheinmetall Denel Munition auch Betreiber der Fertigungsstätte. Rheinmetall bestritt das gegenüber dem stern. Betreiber sei allein die Military In-dustries Corporation. Sie ist dem saudi-arabischen Verteidigungsminister unterstellt.

Das saudische Militär wird seit Monaten von Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch kritisiert. Eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition bombardiere im benach-barten Jemen bei Luftschlägen gegen Rebellen immer wieder auch zivile Ziele. Die saudische Botschaft in Deutschland versicherte gegenüber dem stern, man respektiere das humanitäre Völkerrecht und bemühe sich, Zivilisten zu verschonen. Sowohl die Botschaft wie Rheinmetall ließen aber Fragen zu dem möglichen Einsatz von Rheinmetall-Bomben im Jemen unbeantwortet. Ein Mitarbeiter von Human Rights Watch hatte bereits im Mai 2015 in einem Gebiet der jemenitischen Huthi-Rebellen eine nicht explodierte 1000-Pfund-Bombe fotografiert. Ihr Code verwies als Produktionsort auf die Munitionsfabrik der italienischen Rheinmetall-Tochter RWM Italia auf Sardinien.

Laut einer offiziellen Liste vom April 2016, auf der die italienische Regierung genehmigte Rüstungsexporte aufführt, sind für RWM Italia und Rheinmetall Italia für das Jahr 2015 Transaktionen mit Saudi-Arabien im Gesamtwert von 30 Millionen Euro aufgeführt. Für das Jahr 2014 betrug diese Summe sogar 41,5 Millionen Euro. Ein Sprecher von Human Rights Watch forderte gegenüber dem stern die Bundesregierung auf, die Vorwürfe "zu untersuchen". Das zuständige Bundeswirtschaftsministerium wies das zurück. Für Lieferungen aus Südafrika und Italien seien die dortigen Behörden zuständig.



Quelle: ots/Gruner+Jahr, STERN


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