Siemens erhält Rekordaufträge von Ägypten

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Siemens hat Aufträge im Wert von 8 Milliarden Euro mit Ägypten unterschrieben. Gegenstand der Vereinbarungen ist der Ausbau der Energieerzeugung um mehr als 50 Prozent im Vergleich zur aktuell installierten Kapazität. Dazu sollen hoch effiziente Gaskraftwerke und Windkraftanlagen errichtet werden. Durch die Projekte werden dem nationalen ägyptischen Stromnetz zusätzlich 16,4 Gigawatt zur Verfügung stehen. Die zusätzlichen Kapazitäten unterstützen die schnelle wirtschaftliche Entwicklung des Landes und decken den steigenden Strombedarf der rasch wachsenden Bevölkerung.

Der ägyptische Präsident Abdel Fattah El-Sisi und der deutsche Vizekanzler Sigmar Gabriel wohnten der Unterschriftszeremonie heute in Berlin bei. Die Aufträge bauen auf den Absichtserklärungen, die im März 2015 auf der Egypt Economic Development Conference (EEDC) in Sharm El Sheik bekannt gegeben wurden, auf.

"Mit diesen noch nie dagewesenen Verträgen unterstützen Siemens und seine Partner die wirtschaftliche Entwicklung Ägyptens. Durch den Einsatz hoch effizienter erdgasbefeuerter Kraftwerke und Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien werden wir einen bezahlbaren, zuverlässigen und nachhaltigen Energiemix für die Zukunft des Landes schaffen", sagte Joe Kaeser, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG. "Das ägyptische Volk kann sich auf Siemens verlassen. Das war schon vor über 150 Jahren so, als Siemens erstmalig in Ägypten tätig wurde, und dieses Engagement bekräftigen wir heute noch einmal anlässlich der Unterzeichnung dieser historischen Verträge."

Zusammen mit seinen ägyptischen Partnern Elsewedy Electric und Orascom Construction wird Siemens drei schlüsselfertige erdgasbefeuerte GuD-Kraftwerke mit einer Kapazität von je 4,8 Gigawatt und einer Gesamtkapazität von 14,4 Gigawatt errichten. Jedes dieser drei Kraftwerke - Beni Suef, Burullus und New Capital - wird mit je acht Siemens H-Klasse-Gasturbinen ausgestattet, die aufgrund ihrer hohen Leistungsfähigkeit und der Rekordeffizienz ausgewählt wurden.

Dabei sollen die Kraftwerke noch vor dem Sommer 2017 stufenweise mit anfänglich 4,4 Gigawatt ans Netz gehen. Ihre volle Kapazität von 14,4 Gigawatt soll 38 Monate nach Abschluss der Finanzierung und Erhalt der Vorauszahlungen verfügbar sein. Nach ihrer Fertigstellung werden die drei Kraftwerke die größten der Welt sein.

Darüber hinaus wird Siemens am Golf von Suez und in der westlichen Nilregion bis zu zwölf Windparks mit etwa 600 Windturbinen und einer Gesamtleistung von 2 Gigawatt liefern. Das Unternehmen wird eine Rotorblattfertigung in der Region Ain Soukhna errichten und so bis zu 1.000 Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen. Die Fertigung soll in der zweiten Jahreshälfte 2017 den Betrieb aufnehmen.

Die Division Siemens Financial Services (SFS) hat für den Siemens-Anteil in den Verträgen ein Finanzierungspaket geschnürt, das auch ein maßgeschneidertes Garantiekonzept umfasst. Die vorgesehenen Kreditfazilitäten, die weitgehend durch Exportkreditversicherer in Deutschland und Dänemark abgesichert sind, werden durch internationale und regionale Banken bedient.

Siemens ist bereits seit 1859 in Ägypten tätig. Im Jahr 1901 wurde das erste Büro in Kairo eröffnet. Seither ist das Unternehmen ununterbrochen im Land präsent. Kraftwerke in Attaka, Nubaria, Talkha, Damietta, Sidi Krir, Cairo West, Ayoun Mousa, Midelec und El Kureimat sind mit Technologie von Siemens ausgestattet. Das Unternehmen ist auch Lieferant für bedeutende Projekte im Transport- und Industriesektor sowie im Gesundheitswesen.



Quelle: AMNESTY INTERNATIONAL


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