#zeitfokus.

Samstag, 04 Apr 2020
Mike Pence trifft Benjamin Netanyahu
Mike Pence trifft Benjamin Netanyahu Foto: The White House / Public Domain (via Flickr)
 1-2 Minuten Lesezeit  262 Worte im Text  vor 65 Tagen
Trumps Nahost-Plan und die harte Wahrheit. Welche Vorstellung Donald Trump von Diplomatie hat, ist in den vergangenen drei Jahren bereits ziemlich klar geworden. Auch in der Außenpolitik setzt der US-Präsident auf schnelle "Deals" statt auf langwierige und komplizierte Verhandlungen. Dass diese Deals fair sein müssen, ist damit überhaupt nicht gesagt. Insofern ist sich Trump mit seinem bombastisch präsentierten Friedensplan für den Nahen Osten treu geblieben. Die scharfe Kritik an dem Vorstoß - und davon gibt es ja reichlich - ist gerechtfertigt: Trumps Vorstellungen berücksichtigen sehr einseitig Israels Interessen, genauer gesagt die Wünsche von Premierminister Benjamin Netanjahu. Die Palästinenser müssen sich mit Brosamen und vagen Versprechungen zufrieden geben. Und Trump wäre nicht Trump, hätte er dieses Diktat nicht noch mit der Drohung garniert, dies sei vielleicht die letzte Chance für die Palästinenser, wenigstens einen Rumpfstaat zu erlangen. Ausgerechnet damit könnte der Brechstangen-Diplomat im Weißen Haus freilich recht behalten. Denn jenseits aller Empörung muss man festhalten, dass Trumps Nahost-Plan ziemlich genau die Kräfteverhältnisse abbildet. Der US-Präsident hat nichts anderes getan, als sich auf die Seite des Stärkeren zu schlagen. In Wahrheit haben die Palästinenser in der Region keine Verbündeten mehr. Auch früher schon war das arabische Eintreten für die Rechte des palästinensischen Volkes häufig nur hohles Gerede. Doch seit die aggressive Expansion des Iran die Sorgen der Mächtigen bestimmt, sind die arabischen Brüder offen mit Israel zusammengerückt. Immerhin hat Trump einen konkreten Plan vorgelegt, während sich seine Vorgänger wie übrigens auch die EU gerne auf das mahnende Rezitieren von Uno-Resolutionen beschränkten. Deswegen ist die Kritik an Trumps Vorstoß zwar berechtigt, aber auch wohlfeil. Quelle: ots/Rheinische Post

Welche Vorstellung Donald Trump von Diplomatie hat, ist in den vergangenen drei Jahren bereits ziemlich klar geworden. Auch in der Außenpolitik setzt der US-Präsident auf schnelle "Deals" statt auf langwierige und komplizierte Verhandlungen. Dass diese Deals fair sein müssen, ist damit überhaupt nicht gesagt. Insofern ist sich Trump mit seinem bombastisch präsentierten Friedensplan für den Nahen Osten treu geblieben.

Paul Ziemiak
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Selbstbeschäftigung der CDU "nervt nur noch"

Die scharfe Kritik an dem Vorstoß - und davon gibt es ja reichlich - ist gerechtfertigt: Trumps Vorstellungen berücksichtigen sehr einseitig Israels Interessen, genauer gesagt die Wünsche von Premierminister Benjamin Netanjahu. Die Palästinenser müssen sich mit Brosamen und vagen Versprechungen zufrieden geben. Und Trump wäre nicht Trump, hätte er dieses Diktat nicht noch mit der Drohung garniert, dies sei vielleicht die letzte Chance für die Palästinenser, wenigstens einen Rumpfstaat zu erlangen.

Ausgerechnet damit könnte der Brechstangen-Diplomat im Weißen Haus freilich recht behalten. Denn jenseits aller Empörung muss man festhalten, dass Trumps Nahost-Plan ziemlich genau die Kräfteverhältnisse abbildet. Der US-Präsident hat nichts anderes getan, als sich auf die Seite des Stärkeren zu schlagen. In Wahrheit haben die Palästinenser in der Region keine Verbündeten mehr. Auch früher schon war das arabische Eintreten für die Rechte des palästinensischen Volkes häufig nur hohles Gerede. Doch seit die aggressive Expansion des Iran die Sorgen der Mächtigen bestimmt, sind die arabischen Brüder offen mit Israel zusammengerückt. Immerhin hat Trump einen konkreten Plan vorgelegt, während sich seine Vorgänger wie übrigens auch die EU gerne auf das mahnende Rezitieren von Uno-Resolutionen beschränkten. Deswegen ist die Kritik an Trumps Vorstoß zwar berechtigt, aber auch wohlfeil.



Quelle: ots/Rheinische Post
#mehrNachrichten
Jens Spahn
Foto: Kasa Fue / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Bundesgesundheitsminister Spahn in der Kritik für Aussetzung der Personaluntergrenzen

Der Deutsche Pflegerat und die Gewerkschaft Verdi haben Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeworfen, durch die Aussetzung der Personaluntergrenzen wegen der Corona-Epidemie den...
Diese Krise hat Angela Merkel mit Wucht in die Rolle der Krisenkanzlerin zurückkatapultiert.
Foto: Olaf Kosinsky / CC BY-SA 3.0 de (via Wikimedia Commons)

Gut, dass sie noch da ist

Monatelang war Angela Merkel kaum zu sehen, seit fast eineinhalb Jahren nicht mehr. Damals, Ende Oktober 2018, hatte die Bundeskanzlerin angekündigt, sich vom CDU-Vorsitz zurückzuziehen und nicht...
Deutsche Börse Frankfurt
Foto: Bankenverband / CC BY-ND 2.0 (via Flickr)

Volkswirte wollen mehr Hilfen für die Wirtschaft

Eine Gruppe von prominenten Wirtschaftswissenschaftlern unterstützt das Paket der Koalition mit Hilfen für die Wirtschaft in der Corona-Krise. Gleichzeitig jedoch fordern sie die Regierung auf, mehr zu...
Es ist der gefühlte und tatsächliche Kontrollverlust, der die Menschen in Angst versetzt.
Foto: PublicDomainPictures

Kontrollverlust

Die nächste Krise sei so sicher wie das Amen in der Kirche, aber man wisse nicht, wann sie komme und durch was sie ausgelöst werde. So das Narrativ seit Bewältigung der Finanzkrise. Nun wissen wir...
Joe Biden hat die magische Marke von 1991 Stimmen noch nicht erreicht.
Foto: LBJ Library / Jay Godwin (296/1169)

Joe Biden muss jetzt Brücken bauen

Nein, man kann einen Wettbewerb nicht für beendet erklären, bevor er tatsächlich beendet ist. Kandidat der Demokratischen Partei fürs Weiße Haus wird, wer die Mehrheit der Mandate jener Delegierten...
Alle Empfehlungen und Leitlinien dieser Welt können den Ärzten die schwerste aller Entscheidungen, diese Bürde, am Ende nicht abnehmen.
Foto: Jonathan Borba

Medizinisch-ethische Leitlinien sind unerlässlich

Es ist in Deutschland - noch - unvorstellbar, dass Ärzte vor der Entscheidung stehen könnten, welchen Patienten sie intensivmedizinisch versorgen und welchen nicht, weil es an Ressourcen fehlt. Die...
Es ist ein großer Fehler, dass die EU keine koordinierte Strategie zur Bekämpfung des Coronavirus und dessen wirtschaftliche Auswirkungen hat.
Foto: 𝓴𝓘𝓡𝓚 𝕝𝔸𝕀

Ökonomen warnen wegen Coronavirus vor neuer Banken- und Staatsschuldenkrise

Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus warnen führende Ökonomen vor einer dramatischen Ausweitung der ökonomischen Krise. Clemens Fuest, Chef des Münchner Ifo-Instituts, sagte der "Neuen...
Back To Top