USA stehen besser da als im Wahlkampf behauptet

Foto: Predrag Kezic / pixabay (CC)

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Die USA stehen wirtschaftlich viel besser da, als derzeit im amerikanischen Wahlkampf behauptet wird. Die USA stünden kurz vor der Vollbeschäftigung, jeden Monat schaffe die Wirtschaft 300.000 neue Jobs, und auch der Reallohnzuwachs sei kräftigt, so der Chefökonom von Goldman Sachs, Jan Hatzius, im Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin 'Capital' (Ausgabe 3/2016).

"Es stimmt, das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts ist in den letzten Jahren schwächer gewesen als erwartet", so Hatzius. Aber die "Arbeitsmarktzahlen fielen fast jedes Jahr besser aus als erwartet", betont der Ökonom. "Und der Arbeitsmarkt gibt letztlich ein besseres Bild der Konjunktur. Insofern bin ich recht zufrieden. Wir haben in den USA zwar noch keine Vollbeschäftigung, aber wir sind inzwischen schon nah dran."

Auch die Kritik, die Einkommen stiegen in den USA zu langsam, hält Hatzius nicht für berechtigt. "Es gab 2015 jeden Monat durchschnittlich fast 300.000 neue Stellen. Auch die Lohnentwicklung hat sich letztes Jahr beschleunigt. Nach unseren Berechnungen sind wir jetzt bei einem Plus von 2,7 Prozent nominal", rechnet der Ökonom vor. "Bei einer Inflation von nahe null ist das schon ein recht kräftiger realer Lohnzuwachs."

Dass die Menschen dennoch unzufrieden sind, habe mit langfristigen Entwicklungen zu tun. "Wir sind noch immer nicht ganz bei Vollbeschäftigung, es hat alles länger gedauert als gedacht. Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung ist deshalb immer noch vorhanden, und das wird sich auch nicht von einem Jahr zum nächsten verändern", erwartet der Ökonom. Das liege auch daran, dass die Reallöhne seit dem Ende der 70er-, Anfang der 80er-Jahre stagnieren. "Das hat sich jetzt nicht alles umgedreht."



Quelle: ots/Capital, G+J Wirtschaftsmedien


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