Weibliche Genitalverstümmelung ist und bleibt eine schwere Menschenrechtsverletzung

Foto: Eric Hood

Welt
Typographie
  • kleiner klein Standard groß größer
  • Standard Helvetica Segoe Georgia Times

Anlässlich des internationalen Tages gegen die weibliche Genitalverstümmelung erklärte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Christoph Strässer, heute (06.02.):

"Die weibliche Genitalverstümmelung ist und bleibt eine schwere Menschenrechtsverletzung. Laut UNICEF leben 130 Millionen Mädchen und Frauen mit den Folgen des Eingriffs. Wenn der rückläufige Trend anhält, werden bis 2050 noch weitere 63 Millionen Mädchen verstümmelt werden. Dies zeigt, dass wir unsere Anstrengungen vervielfachen müssen. Daher begrüße ich es ausdrücklich, dass viele Staaten die Verstümmelung unter Strafe gestellt haben. Trotzdem bestehen die Eingriffe in der Praxis leider weiter. Dabei erschüttert mich besonders, dass ausgebildete Ärzte den Eingriff vornehmen. Ich verurteile dies auf Schärfste, denn klar ist, dass auch eine Verstümmelung unter ärztlicher Aufsicht eine Gewalttat ist."

"Keine Tradition und keine Kultur kann diese Praxis rechtfertigen. Und es kann kein Bestandteil einer Kultur sein, ihre Töchter zu misshandeln. Deshalb sage ich denen, die es weiterhin tun: Lasst es sein! Und ich sage den Staaten, die es weiterhin tolerieren: Unterbindet es! Am Tag gegen die weibliche Genitalverstümmelung gilt meine besondere Anerkennung all denen, die sich für den gesellschaftlichen Wandel gegen die Verstümmelung einsetzen. Sie kämpfen unermüdlich für die Zukunft unserer Gesellschaft – dafür danke ich Ihnen."

Hintergrund:

Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen sind weltweit etwa 130 Millionen Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung ("female genital mutilation", FGM) betroffen; jedes Jahr kommen etwa drei Millionen junge Mädchen dazu. Bei weiblicher Genitalverstümmelung werden die äußeren weiblichen Geschlechtsorgane teilweise oder vollständig entfernt. In besonders gravierenden Fällen wird die Vagina vernäht und nur eine kleine Öffnung belassen.

Die weibliche Genitalverstümmelung wird in 28 Ländern Afrikas, aber auch im Süden der Arabischen Halbinsel und in einigen Ländern Asiens praktiziert. Infolge von Migration ist FGM inzwischen auch in Europa und Nordamerika, auch in Deutschland, verbreitet. Die weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung und Ausdruck von Diskriminierung und Gewalt gegen das weibliche Geschlecht. Daher setzt sich die Bundesregierung innerhalb und außerhalb Deutschlands mit Nachdruck für die Beseitigung dieser Praxis ein.

Siehe auch: UNICEF, Female Genital Mutilation/Cutting: What might the future hold?, New York, 2014.

Weiter Informationen über Frauenrechte

Quelle: Auswärtiges Amt


Welt (Top 10)

  • Belarus vor der Wahl: Hacker-Attacken auf unabhängige Online-Medien
    Dienstag, 06. Oktober 2015

    Berlin (ots) - Reporter ohne Grenzen kritisiert die Angriffe auf unabhängige Online-Medien wenige Tage vor der Präsidentenwahl in Belarus am 11. Oktober. Die Seiten der unabhängigen...

  • Keine Bußgelder für Spanien und Portugal: Aufgeschoben darf nicht aufgehoben sein
    Mittwoch, 18. Mai 2016

    Erstmals in der Geschichte des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP) hätte die EU Sanktionen gegen Spanien und Portugal wegen überhöhter Staatsdefizite verhängen können. Sie hat aber vorerst darauf...

  • Wahl in Spanien: Unsicherheit endlich beenden
    Montag, 27. Juni 2016

    Spanien hat nach sechs Monaten vergeblicher Regierungsbildung erneut gewählt. Die weiter gesunkene Wahlbeteiligung zeigt, dass die Geduld vieler Spanier mit ihren Politikern zu Ende geht. Auch...

  • Fotoverbot vor Rheinmetall Firma in Türkei
    Freitag, 11. August 2017

    Die türkische Firma Rheinmetall BMC Defense Industry Inc., an der Rheinmetall mit 40 Prozent beteiligt ist, arbeitet in Ankara offenkundig unter Bedingungen erhöhter Geheimhaltung. An dem Gebäude in...

  • Der Nordwesten Syriens: "Es riecht nach Blut und Schießpulver"
    Dienstag, 26. Juli 2016

    Der Nordwesten Syriens steht an der Schwelle zu einer humanitären Katastrophe, warnt die Kinderrechtsorganisation Save the Children. Hilfsgüter kommen nicht zu den notleidenden Menschen durch und...

  • Terrorangst belastet EM-Geschäfte
    Mittwoch, 18. Mai 2016

    Die Angst vor Terroranschlägen belastet die Geschäfte der UEFA mit der Fußball-EM. Die UEFA werde ihr Umsatzziel für die sogenannten Hospitality-Tickets nicht erreichen, sagte Martin Kallen,...

  • Israel: Was niemand wissen soll
    Mittwoch, 18. Mai 2016

    Israels Militärgerichte verfolgen die schwarzen Schafe in den eigenen Reihen. Plünderer werden zur Verantwortung gezogen, und auch wer sich bei Vandalismus beobachten lässt oder gar bei gezielter...

  • Russland kündigt Teilabzug aus Syrien an
    Dienstag, 15. März 2016

    Der russische Präsident Wladimir Putin hat am gestrigen Montag angekündigt, den Großteil der russischen Streitkräfte aus Syrien abzuziehen.

  • Alte Feindschaft rostet nicht
    Donnerstag, 31. März 2016

    Die Ursachen und Folgen des IS-Terrors beschäftigen uns an den meisten Nachrichtentagen so sehr, dass wir eine potenziell viel größere Bedrohung fast aus den Augen verloren haben: die russischen...

  • Safe Harbor Urteil: Niemand ist beeindruckt
    Dienstag, 06. Oktober 2015

    Regensburg (ots) - Eigentlich wussten wir es schon vor dem Urteil des höchsten europäischen Gerichts: Unsere Daten sind in den USA nicht sicher.