• Der Einzelne ist am Lebensende und bei schwerer Krankheit auf die Achtung und den Schutz seiner Autonomie angewiesen. Mit diesen Worten begründen die Richter am Bundesverwaltungsgericht 2017 ihr Grundsatzurteil. Demnach darf der Staat Todkranken in extremen Notlagen nicht die Möglichkeit zur Selbsttötung verwehren, weil Menschen ein Grundrecht darauf haben, selbst zu bestimmen, wie und wann sie ihr Leben beenden möchten. Umgesetzt wird das Urteil jedoch nicht, auf Wunsch von Gesundheitsminister Jens Spahn.

  • Lehrerverbände zeigen sich dem Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gegenüber skeptisch, Organspenden künftig in Lehrpläne aufzunehmen. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bestätigte gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) zwar, dass das Thema Organspende grundsätzlich in den Schulunterricht gehöre. GEW-Vorstand Ilka Hoffmann mahnte jedoch: "Dabei muss aber berücksichtigt werden, dass sich die jungen Menschen erst ab einem bestimmten Alter mit diesem schwierigen Thema, das medizinisch und ethisch sehr komplex ist, auseinandersetzen können." Im Unterricht müssten die Vielschichtigkeit und Kontroversität des Themas behandelt werden. "Es ist nicht die Aufgabe von Schule, für die Organspende Werbung zu machen", betonte Hoffmann.

  • Was hatte Kanzlerin Merkel über ihren Gesundheitsminister gerade noch gesagt? "Er schafft 'ne Menge weg." Und eine Woche ist es her, da wurde klar, dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer ins Verteidigungsministerium wechselt - und nicht ihr Parteifreund und Konkurrent Jens Spahn. Und jetzt, zwei Tage vor Kramp-Karrenbauers Vereidigung im Bundestag, sorgt Spahn wieder einmal für Schlagzeilen. Öffentlichkeitswirksam gibt der Minister bekannt, dass er die Notfallversorgung in Deutschland reformieren will. Die Eckpunkte liegen zwar schon seit Dezember auf dem Tisch, doch in Zeiten von CDU-internen Machtkämpfen kann selbst der Versand eines Arbeitsentwurfs an die Länder besondere Aufmerksamkeit bekommen.